Trend & Studie Heizen mit Klimaanlage Wärmepumpe Aktuell · DIEKLIMAWELT AG

Trendwende beim Heizen: Die Klimaanlage wird zur Wärmepumpe

Was lange primär der Sommerkühlung diente, übernimmt zunehmend eine ganz andere Rolle: das Heizen. Neue europäische Nutzungsdaten zeigen, dass moderne Klimageräte heute häufiger heizen als kühlen. DIEKLIMAWELT ordnet ein, was diese Entwicklung für Hausbesitzer in der Schweiz bedeutet.

Trendwende beim Heizen – Klimaanlage als Luft-Luft-Wärmepumpe im Wohnzimmer, DIEKLIMAWELT AG Schweiz

Moderne Klimageräte heizen heute häufiger, als sie kühlen – ein europäischer Trend mit Relevanz für die Schweiz

Der Trend: Klimageräte heizen häufiger, als sie kühlen

Die Art und Weise, wie Wohnräume in Europa klimatisiert werden, befindet sich in einem grundlegenden Wandel. Was früher in erster Linie der Kühlung im Sommer diente, entwickelt sich zunehmend zu einer ganzjährigen, effizienten Heizlösung. Eine aktuelle Auswertung von Panasonic Heating & Cooling Solutions belegt diesen Wandel mit konkreten Nutzungsdaten aus zehn europäischen Ländern.

Die Analyse stützt sich nicht auf Umfragen oder Schätzungen, sondern auf die tatsächlichen Betriebsstunden der installierten Geräte im Zeitraum Januar bis Dezember 2024 – ein methodisch belastbarer Datensatz, der zeigt, wie Klimageräte im realen Alltag tatsächlich genutzt werden.

Die Zahlen im Detail: 81 % nutzen die Heizfunktion

Die Kernzahlen der Auswertung im Überblick:

81,0 %
der installierten Klimageräte in Europa werden ausschliesslich zum Heizen oder für Heizen und Kühlen genutzt
72,4 %
der Betriebszeit liefen die Geräte 2024 im europäischen Durchschnitt im Heizmodus
69,8 %
der Nutzungsdauer entfielen in Deutschland auf den Heizbetrieb – ein mit der Schweiz vergleichbares Klima

Diese Zahlen belegen die wachsende Akzeptanz moderner Luft-Luft-Wärmepumpen als vollwertige, energieeffiziente Heizsysteme – nicht nur als Ergänzung, sondern in vielen Fällen als primäre Wärmequelle für einzelne Räume oder ganze Wohnungen.

Quelle: Panasonic Heating & Cooling Solutions, Nutzungsdatenanalyse 10 europäische Länder, Januar–Dezember 2024.

Ländervergleich: Vom Süden bis Skandinavien

Besonders aufschlussreich ist der Blick auf einzelne Länder. Der Heizanteil folgt dabei erwartungsgemäss dem Klima – ist aber selbst in milderen Regionen erheblich höher, als man vermuten würde:

LandAnteil Heizbetrieb 2024
Norwegen
95,6 %
Dänemark
94,7 %
Europa (Ø)
72,4 %
Deutschland
69,8 %
Italien
43,8 %
Spanien
42,5 %

Selbst in Ländern mit deutlich milderem Klima wie Italien und Spanien wird die Heizfunktion signifikant genutzt – ein klares Signal, dass die Wahl eines Klimageräts heute praktisch automatisch auch eine Entscheidung für ein Heizsystem ist.

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Einordnung für die Schweiz Die Schweiz war nicht Teil der untersuchten zehn Länder. Aufgrund des mit Deutschland und Österreich vergleichbaren Klimas ist jedoch davon auszugehen, dass der Heizanteil hierzulande in einer ähnlichen Grössenordnung liegt – mit regional teils höheren Werten in alpinen und voralpinen Lagen.

Quelle: Panasonic Heating & Cooling Solutions, Nutzungsdatenanalyse 10 europäische Länder, Januar–Dezember 2024.

Warum Klimaanlagen so gut heizen können

Technisch ist der Trend keine Überraschung: Moderne Split-Klimaanlagen sind Luft-Luft-Wärmepumpen – sie nutzen exakt denselben Kältemittelkreislauf wie klassische Wärmepumpen, nur in beide Richtungen einsetzbar.

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Im Sommer: Wärme aus dem Raum entziehen Der Verdampfer ist innen, der Kondensator aussen. Die Anlage nimmt Wärme aus dem Raum auf und gibt sie nach aussen ab – das Resultat ist Kühlung.
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Im Winter: Kreislauf einfach umkehren Ein 4-Wege-Ventil dreht den Kreislauf um. Jetzt entzieht die Aussen­einheit der kalten Aussenluft Wärme und gibt diese im Raum als warme Luft ab.
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Invertertechnologie sorgt für Effizienz Moderne Geräte regeln die Leistung stufenlos nach Bedarf, statt nur ein- und auszuschalten. Das senkt den Stromverbrauch deutlich gegenüber älteren Systemen.
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Leistungsstark auch bei tiefen Temperaturen Speziell für kalte Klimazonen entwickelte Modelle liefern auch bei Aussentemperaturen von –20 °C bis –25 °C noch verlässliche Heizleistung – ein Wert, der noch vor wenigen Jahren technisch kaum erreichbar war.
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SCOP statt nur Heizleistung Der SCOP (Seasonal Coefficient of Performance) gibt an, wie effizient eine Anlage über eine ganze Heizsaison arbeitet. Werte von 4,5 und höher bedeuten: Aus 1 kWh Strom entstehen im Schnitt über 4,5 kWh Wärme – deutlich mehr, als eine Elektrodirektheizung je leisten könnte.

Was bedeutet das für die Schweiz?

Auch wenn die Schweiz nicht Teil der untersuchten Länder war, lässt sich die Entwicklung direkt auf die Schweizer Situation übertragen. Das Klima entspricht weitgehend dem mitteleuropäischen Durchschnitt – die Schweiz dürfte also einen ähnlich hohen Heizanteil aufweisen wie Deutschland oder Österreich.

Für Hausbesitzer, Mieterinnen und Mieter sowie Unternehmen in der Schweiz heisst das konkret: Wer heute eine Klimaanlage installiert, trifft damit zugleich eine relevante Entscheidung für die eigene Heizlösung – ob als Ergänzung zur bestehenden Heizung, als alleinige Lösung für einzelne Räume oder als Vorbereitung auf den geplanten Heizungsersatz im Rahmen einer Sanierung.

Mehr zur Technik hinter Klimaanlage und Wärmepumpe

Wie genau funktioniert der Kältemittelkreislauf, was bedeuten COP und JAZ, und welche Wärmepumpe passt zu Ihrer Situation in der Schweiz? → Wie funktioniert eine Wärmepumpe? – Ratgeber

Für wen sich eine Klimaanlage als Heizlösung eignet

Nicht jede Situation ist gleich – DIEKLIMAWELT ordnet ehrlich ein, wann sich eine Klimaanlage als Heizlösung besonders gut eignet und wo eine andere Wärmepumpen-Variante sinnvoller ist:

Gut geeignet Einzelne Räume oder Wohnungen, gut gedämmte Neubauten, Ergänzung zu einer bestehenden Heizung in der Übergangszeit, Büros und Gewerbeflächen mit Bedarf an Heizen und Kühlen in einem System.
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Abklärung empfohlen Alleinige Beheizung eines ganzen, grösseren Hauses, sehr tiefe Auslegungstemperaturen in exponierten Alpenlagen, hoher Warmwasserbedarf – hier kann eine Luft-Wasser-Wärmepumpe die wirtschaftlichere Lösung sein.

DIEKLIMAWELT berät herstellerunabhängig und empfiehlt das System, das tatsächlich am besten zu Gebäude, Wärmebedarf und Budget passt – unabhängig davon, welcher Hersteller die höchste Marge bietet.

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Ob Ergänzungsheizung, Vollheizung für einzelne Räume oder Ganzjahreskomfort für Büro und Wohnung – DIEKLIMAWELT findet die wirtschaftlichste Lösung für Ihre Situation in der Schweiz.

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Häufige Fragen – Klimaanlage als Wärmepumpe

Ja. Eine Auswertung von Panasonic Heating & Cooling Solutions aus dem Jahr 2024 zeigt, dass moderne Klimageräte in zehn europäischen Ländern im Durchschnitt 72,4 % ihrer Betriebszeit im Heizmodus laufen. In Deutschland lag der Anteil bei 69,8 %. Die Geräte werden technisch korrekt als Luft-Luft-Wärmepumpen bezeichnet, da sie denselben Kältemittelkreislauf nutzen wie klassische Wärmepumpen.
Bei modernen Split-Klimaanlagen technisch ja: Sie sind Luft-Luft-Wärmepumpen und nutzen exakt denselben Kältemittelkreislauf wie eine klassische Wärmepumpe. Der einzige Unterschied liegt im Marketingbegriff. Wird der Kreislauf umgekehrt, heizt die Anlage genauso effizient, wie sie im Sommer kühlt.
In gut gedämmten Wohnungen, Einzelräumen oder als Ergänzung zu einer bestehenden Heizung ist das in vielen Fällen möglich. Moderne Geräte heizen zuverlässig bis zu Aussentemperaturen von –20 °C bis –25 °C. Bei grösseren Wohnflächen oder als alleinige Heizung für ein ganzes Haus empfiehlt sich eine individuelle Abklärung mit einem Fachbetrieb, da Wärmebedarf und Raumaufteilung entscheidend sind.
Der Heizanteil folgt logisch dem Klima: In Norwegen liegt er bei 95,6 %, in Dänemark bei 94,7 %, da dort die Heizsaison den grössten Teil des Jahres ausmacht. In wärmeren Ländern wie Italien (43,8 %) oder Spanien (42,5 %) wird die Heizfunktion zwar seltener, aber dennoch erheblich genutzt – ein Beleg dafür, dass die Heizfunktion längst kein Nebeneffekt mehr ist, sondern aktiv eingesetzt wird.
Mehrere Hersteller bieten heute leistungsstarke Luft-Luft-Wärmepumpen mit zuverlässiger Heizfunktion bei tiefen Aussentemperaturen an, darunter Panasonic, Mitsubishi Electric, Daikin, LG und Samsung. DIEKLIMAWELT berät herstellerunabhängig und empfiehlt das System, das am besten zu Gebäude, Wärmebedarf und Budget passt.
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